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Blaupausen und Prototypen

Generisch versus spezifisch, abstrakt versus konkret
  • Oliver Grasl
    Oliver Grasl
    Friday, February 1, 2013
Ein Überblick über generische, spezifische, abstrakte und konkrete Modelle
Dies ist der vierte Beitrag einer Serie von Beiträgen über das Business Prototyping. Ziel der Serie ist zu erläutern, wie der Business Prototyping Ansatz genutzt werden kann, um einen generischen Geschäftsmodell-Prototypen zu erstellen. Mit einem solchen Prototypen können Sie mit wechselnden Rahmenbedingungen experimentieren, um die Auswirkungen auf ein “generisches” Unternehmen zu untersuchen. Den ersten Beitrag der Serie finden Sie hier.
In meinem letzten Beitrag habe ich ein Blaupause für ein generisches Geschäftsmodell vorgestellt. Diese Blaupause wird uns als BasisBasis für die Erstellung des konkreten, generischen Geschäftsmodell-Prototyps dient. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass der primäre Zweck der generischen Blaupausen und Prototypen ist, als Grundlage und Orientierungsrahmen bei der Modellierung eines Geschäftsmodells eines spezifischen Unternehmens zu dienen – deshalb möchte ich heute kurz erläutern, wie die generischen Blaupausen und Prototypen mit den spezifischen zusammenhängen.
Zunächst sollte ich meine Verwendung der Begriffspaare generisch vs. spezifisch und abstrakt vs. konkret verdeutlichen:
  • Generisch vs. Spezifisch. Generische Modelle treffen auf (möglichst) alle Situationen zu, spezifischere Modelle nur auf einige wenige Situationen. Also sollte unser generisches Geschäftsmodell auf alle Unternehmen anwendbar sein, während ein branchenspezifisches Geschäftsmodell nur für Unternehmen in dieser Branche gültig ist. Ein unternehmensspezifisches Geschäftsmodell findet nur in einem bestimmten Unternehmen Anwendung, nämlich dem, dessen Geschäftsmodell Sie gerade analysieren oder (neu) gestalten wollen.
  • Abstrakt vs. Konkret. Abstrakte Modelle sind konzeptionell; sie zeigen die Realität auf einer hohen Abstraktionsebene und lassen so viele Details wie möglich weg. Konkrete Modelle zeigen die Realität auf einer detaillierteren Ebene – sie zwingen Sie, Ihre Annahmen sehr konkret zu machen.
Das folgende Diagramm ist nützlich, um darzustellen, wie diese Begriffe miteinander verbunden sind:
Die Blaupause eines generischen Geschäftsmodells, die ich in meinem letzten Beitrag erläutert habe, ist sowohl generisch als auch abstrakt, während der generische Geschäftsmodell-Prototyp ebenfalls generisch sein wird, jedoch konkret. Um den Unterschied zwischen abstrakt und konkret noch deutlicher zu machen, betrachten wir den “Kunden”, der in der Blaupause des generischen Geschäftsmodells enthalten ist. Auf der abstrakten Stufe genügt es, einfach festzuhalten, dass es so etwas wie “Kunden”/ gibt. Bei unserem konkreten Geschäftsmodell-Prototyp müssen wir dagegen expliziter sein und festhalten, wie viele Kunden wir haben, welche Kundensegmente wir haben usw.
In meinem nächsten Beitrag werde ich illustrieren, wie die Blaupause eines generischen Geschäftsmodells auf einen spezifischeren Fall angewendet werden kann, nämlich auf das Geschäftsmodell professioneller Dienstleistungsfirmen (PSFs). Die Blaupause die wir für PSFs entwickeln wird zwar immer noch abstrakt sein, jedoch weit weniger generisch, weil es sich eben um ein branchenspezifisches Geschäftsmodell handelt.
Die Blaupause für PSFs könnten wir dann sogar noch spezifischer machen, indem wir ihn auf eine bestimmte professionelle Dienstleistungsfirma anwenden: Mein Beitrag zum Thema Wichtige Leistungsindikatoren bei professionellen Dienstleistungsfirmen zeigt, wie ein branchenspezifischer Entwurf auf ein bestimmtes Unternehmen angewendet werden kann (sowohl auf abstrakter Stufe als konzeptionelles Geschäftsmodell und auf detaillierter Stufe als vollständiger Geschäftsmodell-Prototyp).
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